Freitag, 5. September 2008
Weltmodelle und all sowas...
Wer sich mal einen Präzedenzfall für entgleiste Weltmodelle in aller Ausführlichkeit durchlesen will, der kommt um das Interview von Michael Friedman mit Horst Mahler eigentlich nicht herum. Es stellt auf wunderbare Weise dar, dass eigentlich nur eine freiwillige oder fremdinduzierte totale Betriebsblindheit einen zum Anhänger dieser Ideologie machen kann. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie sind dämlich, doof, gaga, beheeescheueeert. Was nicht etwa an mangelnder Intelligenz liegt, sondern an dem panischen Festklammern an völlig verschwurbelten Prämissen, aus denen der Rest dann ganz folgerichtig deduziert wird, ganz im Sinne von "die unleugbaren Beweise liegen in den Geheimarchiven der Siegermächte!"- so gelesen in einem Flyer einer beliebigen rechten Organisation.

Kinder machen das auch: "Wenn ich die Augen zu mache, können sie mich nicht finden"

Kein Wunder also, dass sie sich in ihrer kleinen Welt einmauern, um dann letztendlich doch an der Gesellschaft zu scheiter - woran aber praktischer Weise die ANDEREN, sprich Juden, schuld sind. Die Alternative ist der Ausstieg und was da ans Tageslicht kommt ist die nackte Angst, dass man tierisch falsch liegen könnte, mit allem was mit seiner Existenz so verbockt hat.

Zu Recht, no pun intended...

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Donnerstag, 21. August 2008
Mayday - Headline incoming!
BILD-Schlagzeilen? Wer braucht Bildschlagzeilen, wenn er KWICK!-Schlagzeilen haben kann? Der König ist tot, lange lebe der König!

"Flugzeug-Unglück mit 153 Toten
Auch Deutsche und Babys waren an Bord. Spanien ist geschockt..."

DEUTSCHE UND BABYS, holy fucking shit! Die beiden wichtigsten Stützen der westlichen Zivilisation, in einem Inferno aus Feuer und Aluminium ausgelöscht...sinnlos, alles so sinnlos...

Es gibt Situationen, da sollte man einfach nicht auf den Redaktionsigor hören, der in einem zweiwöchigen Seminar gelernt hat, dass Schlagzeilen nicht nur Schlagzeilen sind, sonder mindestens Schlägerzeilen sein müssen. Unglück bleibt Unglück und Spanier sind auch nette Menschen, die eine erwähnung verdient hätten. Alternativ hätte man sich auch nur auf "Menschen" einigen können, wegen Europa und dem Einheitsgedanken und so...

So long

ZeroNiner

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Dienstag, 19. August 2008
Return the fucking fire!
Evakuiert von meiner anderen Internetpräsenz, da ich da mir dort seit der Abgabe meiner Moderatorenrechte plötzlich Sperrungen und ähnlicher Krempel passieren...

Wir haben Krieg.

So einfach die Feststellung auch sein mag, so weitreichend sind ihre Konsequenzen, denn niemand wird seinen Klauen entkommen. Krieg kennt keine Grenzen, keine No-Go-Areas. Er wird euch holen.

Sein Name ist nicht Legion, sein Name ist Panzer und selbst das nicht sein richtiger Name. Denn jeder Westentaschenbeschwörer könnte euch sagen, dass das eine Menge Probleme lösen würde. Legion ist ein veraltetes Konzept, die Technik hat sie auf den Müllhaufen der Geschichte befördert, was schlecht ist.

"Was meinst du mit schlecht?"

"Stell dir vor ein 62 Tonnen schweres Monster rollt auf dich zu, nur um dir den Arsch auf zu reißen. DAS ist schlecht..."

Denn dieses Monster ist zeitlos. Die Upgrades werden auf monatlicher Basis hinzugefügt, um eine sogenannte Kampfwertsteigerung zu erzielen. Was der The Six Million Dollar Man für die Guten war, ist das was euch gegenübersteht für die Bösen. Besser, Schneller, Stärker, so viel besser.

"Run to the hills!"

Vergiss es mein Freund, ihr würdet es nicht mal 100 m weit schaffen. Die Wärmebildgeräte, ihr wisst schon, vermutlich würden nicht mal 8m Dreck euch vor eurem Schicksal bewahren, denn die Zahl des Tiers ist nicht 666, sondern die Zahl seiner Waffen und die werden mit jedem Tick des Sekundenzeigers mehr.

Das schöne an der Sache ist, dass für jede Waffe des Biests bekommt ihr genauso eine an die Hand. Sicher, nicht jeder von euch wird es schaffen. Um euch keine Illusionen zu machen, die meisten von euch werden im Idealfall mit verlorenen Gliedmaßen zurückkehren. Aber das ist es wert, jeden Finger, jede Hand, jeden Arm, jedes Bein. Der Krieg den ihr kämpft ist der des Diktats der Wenigen gegen das Diktat der Massen. Was nicht bedeutet, dass ihr die Guten seid, das funktioniert nur bei The Six Million Dollar Man. Hier geht es um Überleben, nacktes Überleben. Nicht um euer Überleben, versteht mich nicht falsch, nur um das Überleben einer Idee, einer einfachen, simplen Idee: "Ihr seid nicht dämlich." Ich weiß, es ist ein beschissener Schlachtruf, aber es geht um alles und die Not gebiert bekanntlich Kinder der Verzweiflung und die haben den Ruf Todessterne in die Luft zu jagen. Wobei böse Stimmen behaupten, dass wäre ja irgendwie bei The Six Million Dollar Man. Aber es ist einfach alles was ihr habt und ihr könnt nur hoffen, dass es reicht, denn das Monster aus Stahl wird euch nur diese eine Chance lassen, das hat Tradition. Fragt einfach mal Wigalois, der musste die Lanze auch beim ersten mal in dem verdammten Drachenherz versenken. Fair ist das sicher nicht, aber wir sind ja auch nicht bei Gears of War. Falls ihr es vergessen habt...Krieg.

Doch ihr seid nicht nur die die einstecken müssen, eure Waffen sind nicht weniger effektiv, doch auf jeden Fall weniger brachial. Eine von ihnen ist Zweifel, wobei es mit stumpfen "Gegen Alles!111" nicht getan ist, mehr mit einem "Sapere aude". Das ist eure Panzerfaust, damit könnt ihr den Schrecken zurücktragen. Denn nichts ist schlimmer für den Besitzer einer waffenstarrenden Panzerhülle als das Wissen um die Fragilität seines elaborierten Schutzes. Schon bei den Rittern war der schlimmste Alptraum der einfache Landsknecht mit der Lanze, der den gestürzten Ritter knacken konnte, wie einen überalterten Hummer. Lanzen sind Geschichte, genauso wie die Legion, aber eure Lanze ist raketengetrieben, denn Technologie ist keine Einbahnstraße...noch nicht.

Just return the fucking fire!

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Montag, 18. August 2008
Generation princess
Wir haben ein Problem: Individuuen, Horden von ihnen. Sie sind überall. Sie sitzen im Park, in der S-Bahn, sie sind in Geschäften und sie sind auf der Straße. In einer urbanen Umgebung ist es quasi unmöglich diesen Kreaturen zu entgehen.

Der Durchschnittsbürger sieht irgendwann ein, dass er genau das ist, was der Begriff impliziert: Ein Schnittmengenkonstrukt, das sich seine Ansichten über sich und die Welt aus den verschiedensten Kollektiven und Institutionen zusammenklaut, um etwas zu bilden, was sich dann Max Mustermann nennt. Das mag vieleicht nicht nett klingen, aber so funktioniert Gesellschaft nunmal, wir klauen uns die Brocken, die dann letztendlich uns ausmachen überall zusammen. Filme, Menschen, Bücher, Instiutionen, alles wird für den geistigen Nestbau verwendet, die Zahl der möglichen Ergebnisse ist unendlich.

Was jetzt die generation princess vom Rest der Menschheit trennt, ist die nackte Angst vor dem Begriff Durchschnitt. Also bemühen sie sich auf möglichst vielen Kanälen ihrer Umwelt entgegenzukrakeelen, dass sie anders als die anderen sind, something special, a beautyful snowflake...genau wie all die anderen.

Denn die Falle in der ganze Legionen dieser Generation fallen, wurde von Klein und Konsorten schon vor Jahrzehnten ausgelegt: Käufliche, massenproduzierte Indvidualität. Doch wer damit beschäftigt ist jedem, aber auch wirklich jedem, seine Individualität ins Gesicht zu halten und zu fragen "Und wie findest du sie? Ist sie zu groß oder zu klein?", der kann sich mit sowas nicht aufhalten, man muss schließlich evaluiert werden.
Doch dummerweise läßt das Staunen der geblendeten Massen auf sich warten...lange auf sich warte. Also rottet man sich mit Seinesgleichen zusammen, um sich gegenseitig die nötigen Aufmerksamkeitsshots zu verabreichen, während einem dabei auffällt, dass die Bitch einem den Style geklaut hat und ein Besuch in der Boutique und dem Hairstylist (nur der Pöbel geht zum Friseur) unausweichlich wird. Die Schlampe hat sogar das selbe I-Phone, dabei war es eine limited edition!

Während man also die Kanäle seiner Umwelt mit Gerüchen von Hilfiger, glitzernder Kleidung, Musik von schlechten DJs und Geplapper über die eigene Wichtigkeit füllt, warten die anderen mit gewetzten Messern. Denn sie wissen, was sie sind. Sie machen sich keine Illusionen jemals Rockstars zu sein. Sie verschwenden keine Gedanken an Lagerfeld. Sie glauben nicht, dass "Ich find das supertoll und kann das mega verstehen, aber ich finde..." eine gültige Argumentationsstruktur ist. Sie sind geduldig und sie werden euch sagen, dass man in einer Bewerbung nunmal keine animierten GIFs packt. Sie sind immun gegen Glamour, sie sind Teamplayer und sie werden euch überleben, jeden von euch. Denn irgendwann werden sie euch eurer eigenen Inkompetenz überlassen und auch ihr wisst, dass ihr das nicht lange überleben würdet. Denn ganz ehrlich: Wer seine Identität aus dem Kulturobjekt Hilton, ein bisschen Boris Becker und einem Stückchen Falco zusammenklaut, der wird in der bösen Wildniss unserer Gesellschaft nicht lange überleben...

Klaut woanders, klaut klug und bastelt neue Dinge draus...welche die funktionieren und im Idealfall eher dezent kommunizieren, es gibt schon genug weißes Rauschen da draussen...

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